Kreisgruppe Stormarn

Weniger ist manchmal mehr - Neues Grünpflegekonzept für Bad Oldesloe

03. Februar 2020 | Wildbienen, Lebensräume

Stadtverwaltung, BUND und NABU entwickeln gemeinsam ein Grünpflegekonzept für Insektenschutzflächen.

Zur Eröffnung der Wildbienen-Ausstellung "Bienen-Reich", stellte die Stadt Bad Oldesloe ihr neues Grünpflegekonzept vor. Vertreter von Naturschutzverbänden und der Stadt Bad Oldesloe präsentierten das gemeinsam entwickelte Konzept für Insektenschutzflächen inklusive eines Mähplans. Denn - zu kurze Mähintervalle schaden nicht nur Insekten. Fallen Bienen als natürliche Bestäuber aus, wächst kein Obst. Sinkt der Bestand an Insekten, Larven, Würmern, fehlt Amphibien und Vögeln die Nahrung.

So wurden bereits im Sommer 2019 in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, dem NABU und dem BUND Teile von Grünflächen aus den regelmäßigen Mähintervallen herausgenommen. Diese ungemähten, naturbelassenen Inseln in der Fläche stellten sich als besonders artenreich heraus. Viele Pflanzen konnten in diesen Bereichen keimen, blühen und sich aussäen. Eine rege Nutzung durch Insekten war die unmittelbare Folge. Daher wurde der Versuch nun auf weitere Flächen ausgedehnt. Ein notwendiger Schritt, denn - "der Insektenbestand in Deutschland ist laut wissenschaftlichen Untersuchungen seit 1995 um 77 % zurückgegangen. Von 28.000 Arten sind 50 % gefährdet.“ Ein Umdenken sei dringend notwendig. Gefragt sei neben der Landwirtschaft und den Kommunen aber auch jeder Einzelne. 30.000 Hektar Gartenfläche gebe es in Schleswig-Holstein, so die Expertin Inke Rabe vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Häufig verwenden auch Gartenbesitzer schädliche Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmittel. Außerdem sollten Gärten statt mit Kies und Beton lieber mit Blühpflanzen gestaltet werden. Jeder könne mit seinem Verhalten zum Artenschutz beitragen.

„Ein englischer Rasen ist nicht insektenfreundlich“, betonte auch der Biologe Norbert Voigt. Wichtig sein außerdem, auf den Erhalt von Nistplätzen im Blick zu haben. Sandhaufen, Laub und Totholz biete vielen Insekten ein Zuahuse und optimale Bedingungen, um sich zu vermehren.

Die Präsentation zum Konzept für Insektenschutzflächen im städtischen Grün finden Sie hier.

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