Kreisgruppe Stormarn

Seltene Mückenfledermaus am Reinbeker Mühlenteich

19. Oktober 2020

Kurz vor Sonnenuntergang machten sich Anfang Oktober unter Coronabedingungen einige Fledermausinteressierte auf die Suche, um am Reinbeker Mühlenteich Fledermäuse bei der Nahrungssuche aufzuspüren. Eingeladen hatte der Fledermausexperte der BUND-Ortsgruppe Reinbek/Wentorf Jörg Lückemeyer, der erst kürzlich mit einer Gruppe Naturliebhaber zahlreiche Zwergfledermäuse bei der Jagd nach Insekten in einem Wald im Reinbeker Gewerbegebiet beobachtet hatte.

Quelle: Der Reinbeker, 19.10.2020

Mit Einsetzen der Dämmerung sahen die Teilnehmer vom Ufer aus etliche, relativ kleine Fledermäuse, die in 3-5 m Höhe in schnellen Zickzackflügen scheinbar lautlos über das Wasser flogen. Anhand ihrer Rufe, die zwar für das menschliche Ohr nicht hörbar sind, aber mithilfe eines Ultraschalldetektors in wahrnehmbare Geräusche umgewandelt werden können, erkannte Jörg Lückemeyer, dass es sich hier um Wasserfledermäuse bei der Jagd handeln musste. „Fledermäuse orientieren sich im Dunkeln durch Ultraschalllaute, so orten sie auch ihre Nahrung, die Insekten“, erklärte er, und weiter: „anhand der Frequenzen ihrer Rufe lassen sich einzelne Arten am besten voneinander unterscheiden.“ Und so machten die Teilnehmer eine überraschende Entdeckung: die Ultraschalljagdlaute einer weiteren Fledermausart deuteten darauf hin, dass hier am Reinbeker Mühlenteich die nur ca. 5 cm große Mückenfledermaus ihr Jagdrevier hat, eine seltene Fledermausart, die erst kürzlich vom NABU Börnsen auch im Dalbekwald entdeckt worden war.

Die Mückenfledermaus gehört zu den kleinsten heimischen Arten. Auch wenn sie im Flug größer aussieht – sie passt mit angelegten Flügeln in eine Streichholzschachtel. Auf der Roten Liste der Säugetiere des Landes Schleswig-Holstein ist sie zwar noch nicht als „gefährdet“ eingestuft, steht aber auf der Vorwarnliste, da die Art merklich zurückgegangen ist. Bundesweit sind alle Fledermausarten gemäß Naturschutzgesetz streng geschützt. Danach ist es u.a. verboten, Tiere der besonders geschützten Arten zu töten, während der Fortpflanzungszeit zu stören sowie deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu zerstören.

Weitere, übersichtlich zusammengestellte Informationen findet man online unter dem Titel: „Heimische Fledermäuse im Portrait“ des NABU. Und wie Sie selbst Fledermäuse unterstützen können, erfahren Sie hier im pdf „Fledermäuse retten“ des BUND.

Renate Sturm

Zur Übersicht